Letztes Jahr habe ich mir zu Weihnachten einen Gouachemalkasten inkl. Farben der Firma „MIYA“ gekauft. Leider hatte ich diesen bisher nur ein einziges Mal im Einsatz. Ich habe nämlich seitdem nicht mehr ganz so viel mit Gouache gemalt, als ich eigentlich vorhatte. Doch in den letzten Tagen habe ich mich noch mal hingesetzt und die Farben ausgiebig getestet.

Im genannten Set ist folgendes enthalten: 1 verschließbarer Malkasten, inkl. 24 Farbtöpfe, drei Pinseln und einer weißen Mischpalette. Hauptgrund für den Kauf des Malkastens war die Möglichkeit, den Kasten luftdicht zu verschließen, sodass die Farben feucht bleiben. Außerdem wollte ich diesen gern auch für unterwegs fürs Urban Sketching nutzen. Der Kasten ist ein wahres Schnäppchen, denn für ca. 35 € ist er schon zu haben, und das obwohl er so viele Farben enthält! Es gibt den Kasten in verschiedenden Farben (Rosa, Blau, Gelb und Grün) sowie mit unterschiedlicher Anzahl an Farben. Beim 18-er Set sind allerdings keine Pinsel dabei. Eine Palette gibt es immer dazu.

Da ich schon eine Weile mit Gouachefarben male, wollte ich einfach einmal einen günstigeren Anbieter testen und euch hier meine Erfahrungen mitteilen.

Farbauswahl, Konstistenz und weitere Merkmale

Die „Näpfe“ sind um ein vielfaches Größer sind als die 1/2- oder 1/1-Aquarell-Näpfchen (auf dem Foto seht ihr ein 1/2-Näpfchen mit dem Topf im Vergleich). Laut Anbieter sollen 30 ml pro Gefäß drin sein. Nachgemessen habe ich nicht, aber der Größenvergleich zeigt schon deutlich, dass ich mit den Farben lange auskommen werde.

Die Farben in dem Kasten kommen völlig unsortiert. Auch die Anzeige auf dem Malkasten (untere Seite) stimmte nicht mit der Sortierung der Farben überein. Ich versuchte zunächst die Farben nach der Anzeige zu sortieren, aber es war schwierig, da man manche Bezeichnungen nicht lesen konnte (Weiß und Gelb) und ein paar Töpfe nicht so richtig zu unterscheiden waren (Schwarz und Preussisch Blau). Nachdem ich die Sortierung nach der Anzeige hinbekommen habe, überlegte ich, nach welchem System die Sortierung sein sollte. Da ich zu keinem Ergebnis gekommen bin (auch das Internet half hier nicht weit, denn die Herstellerseite ist auf koreanisch und die englische Webseite nur wenig hilfreich=zu wenige Informationen), habe ich eine neue Sortierung vorgenommen, so wie sie meinem Geschmack entspricht (siehe Bilder weiter unten).

Das Öffnen der Töpfe erwies sich teilweise als schwierig, da sich manche Töpfe nicht von der Schutzfolie trennen wollten. Hier musste ich (nur bei einzelnen Farben) etwas mehr Kraft anwenden. Nach dem Öffnen zeigt sich eine geleeartige Masse und die Farben leuchten.

Um die Farben zu verwenden, habe ich jedoch vorher die Farben einmal komplett umgerührt und mit einer Spachtel (mit einem Pinsel geht es auch), die Farbe auf die beiliegende Mischpalette gebracht. Die Konsistenz ist allerdings extrem cremig. Deshalb habe ich hier auf die Palette noch etwas Wasser hinzugefügt, bevor ich die Farbe aufs Papier gebracht habe.

Für einen Farbtest habe ich mir eine Mischtabelle mit den Farben angelegt (einen Beitrag zum Farben mischen und zur Tabelle folgt). Dabei bemerkte ich, dass die Farben einen leichten (chemischen) Geruch abgeben. Den Farbkasten werde ich also nicht direkt vor die Nase halten.

Nach dem ich alle Farben mehrere Male auf der Palette hatte (die ich zwischendurch aber auch immer wieder sauber gemacht habe), hat sie bereits jetzt schon erste Spuren der Farben. Hier kann man gut sehen, wie stark Plastik die Farben annimmt (das ist aber auch bei anderen Farben und Herstellern so). Deshalb bevorzuge ich hier lieber Mischpaletten aus Porzellan. Die sind aber nicht so bruchsicher wie Plastik, wenn sie herunterfallen. Außerdem wiegen diese oft mehr als eine solche Palette. Für unterwegs ist das besser. Dennoch stört mich das nur wenig, da die Farben ja schön deckend sind.

Nun ja, einige. Bei manchen Farben (siehe Tabelle) sieht es nicht so aus, dass sie „so richtig“ deckend wären. Aber auch dies ist nicht total ungewöhnlich, auch Farben von Marken sind nicht deckend, das ist abhängig von der Farbe. Bei den meisten Herstellern gibt es auf den Farbtuben oder auf einer Farbtabelle eine Übersicht über die Deckkraft. Ebenso ist die Lichtechtheit auf den meisten Tuben ersichtlich. Doch bei diesen Farben fehlt dies komplett. Auch welche Pigmente verwendet wurden ist nicht bekannt und konnte ich auch nach ausgiebiger Recherche nicht finden.

Transport

Einen kleinen Transporttest habe ich auch gemacht, aber wirklich nur einen kleinen. Daher kann ich noch keine ausführliche Meinung dazu geben.

Vom Gewicht her ist der Kasten schwerer als mein bisher selbstgebastelter Gouachekasten. Außerdem ist er etwas sperriger als mein bisheriger Kasten. Aufgrund der Farbtöpfe ist das aber kein Wunder. Sollte ich damit tatsächlich draußen malen, dann werde ich den Kasten wohl in meine Fahrradtasche stopfen. *lach*

Bisher ist aus dem Kasten noch nichts ausgelaufen, sodass ich sagen kann, dass der Kasten wirklich dicht verschlossen ist. Aber als ich den Kasten etwas länger „auf dem Kopf“ stehen hatte und danach den Kasten öffnete, kam mir etwas Farbe entgegen. Der Kasten sollte daher bestenfalls horizontal transportiert werden.

In den kommenden Monaten, wenn ich wieder häufiger draußen male, werde ich auch einmal den Kasten mitnehmen (dazu wollte ich den ja eigentlich). Dann werde ich weiter testen!

Mein Fazit

Der Gouachekasten ist für Hobbymaler/innen und Sketchbook-Maler/innen super geeignet und sehr preiswert. Für professionelle Anwendungen kann ich keine Aussage machen, da hier einfach zuviele Informationen seitens des Herstellers fehlen (vielleicht kann man hier aber auch noch einmal nachrüsten).Die Lichtechtheit lässt sich aber auch gut selber testen. Da ich hier aber noch keinen Test dafür gemacht habe, kann ich dazu noch nichts sagen.

Fürs Sketching ins Skizzenbuch ist der Kasten aber auf jeden Fall empfehlenswert.

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