In den letzten Tagen hat es in Kiel immer wieder geregnet, oder es war einfach nur grau und kalt. So richtig kam der Frühling noch nicht zum Vorschein (wenn man mal die vielen blühenden Blumen außen vor nimmt). Aber das frühlingshafte Grün im Sonnenlicht zu sehen, darauf freue ich mich sehr. Darum habe ich heute einmal ein „grünes Bild“ für euch zum Nachmalen!

Mein Arbeitsplatz

Für dieses Motiv habe ich wieder die Ecolinefarben* von Royal Talens verwendet. Dabei werden folgende Farben eingesetzt:

  • verschiedene Grüntöne: 676 und eine Mischung aus 416+600 (bräunliches Grün)
  • Blau: 533
  • Braun: 416
  • Deckweiß: 100

Zusätzlich zu den Farben benötigst du:

  • Rundpinsel der Größen: 16, 12, 6
  • Flachpinsel der Größen: ich habe hier keinen eingesetzt, aber du kannst einen für das erstmalige Befeuchten einen großen, breiten Flachpinsel verwenden oder:
    • Pinsel zum Befeuchten des Blattes: daVinci Casaneo, Größe 16 (umso größer, umso besser)
  • Schwämmchen
  • Aquarellpapier (A4 habe ich verwendet. Wenn du kein Aquarellpapier verwendest, dann funktioniert evtl. die Nass-und-Nass-Technik nicht)
  • Schmierpapier (fürs Mischen)
  • Mischpalette mit Vertiefungen
  • mind. ein Glas Wasser
  • ein Tuch
  • Kreppklebeband
  • Holzplatte
  • evt. Föhn
Schritt 1 – Vorbereitung

Zunächst habe ich mir das Aquarellpapier mittig auf die Holzplatte gelegt und mit dem Kreppklebeband abgeklebt. In die Mischpalette mache ich 2-3 Tropfen (je nach Größe des Bildes) der zwei Grüntöne. Ich gebe aber KEIN Wasser hinzu.

Ich starte ohne einer Vorzeichnung und nehme den breitesten/größten Pinsel, um das gesamte Blatt anzufeuchten. Dafür halte ich mir das Papier immer wieder ins Licht, um zu sehen, ob auch alles glänzend schimmert (und somit nass ist).

Eine Vorzeichung für dieses Motiv ist nicht nötig.

Schritt 2 – Nass-in-Nass

Den nächstkleineren Pinsel, in meinem Fall den Rundpinsel der Größe 12, tauche ich kurz in mein Wasserglas. Überschüssiges Wasser tropfe ich vorsichtig ab, aber nicht zuviel, der Pinsel soll ja nass bleiben. Dann tauche ich diesen in die flüssige Farbe (Nr. 676) (in meiner Palette) und streiche über das noch immer feuchte Blatt Papier. In der Mitte setze ich keine Farbe, das wird mein hellster Punkt. Sollte ich zuwenig Farbe in der Palette haben, kann ich hier einfach noch einmal etwas aus der Flasche in die Palette träufeln. Während der gesamten Zeit gehe ich NICHT mehr in das Wasserglas.

Falls du versehentlich mit dem Pinsel ins Wasserglas getupft bist: trockne den Pinsel so lange ab, bis er keine Wassertropfen mehr bildet.

Schritt 3 – Nass-in-Nass

Wie im zweiten Schritt erklärt, nehme ich nun die dunklere Grünfarbe auf und streiche nur an den Rändern die Farbe aufs immer noch feuchte Papier.

Sollten sich Wasserränder am Blattrand bilden: Bei diesem Motiv ist es nicht so schlimm, da wir noch einmal darüber malen.

Schritt 4 – Trocknen lassen

Du kannst dir jetzt einen Kaffee machen, denn das Bild muss jetzt trocknen. Um die Farbrbillianz nicht zu verlieren, sollte man die Farbe lufttrocknen lassen. Machst du jedoch nur eine Übung, um diese Technik zu lernen, kannst du auch einen Föhn zur Hand nehmen und das Bild trocken föhnen.

Schritt 5 – Baumfarbe mischen

Während des Trocknungsvorganges mischst du dir bereits genügend Farbe an. Auch für die Baumstämme wirst du viel Farbe benötigen. Dabei brauchst du sogar zwei verschiedene Mischungen, damit du ein paar hellere sowie dunklere Baumstämme malen kannst. Auf einem Schmierblatt probiere ich die Farbmischungen, bevor ich diese auf dem eigentlichen Motiv verwende. Das empfehle ich dir ebenfalls, damit es nicht zu „bösen“ Überraschungen kommt.

Für die dunkle Farbmischung verwendete ich 676+416 jeweils zu gleichen Verhältnissen (also 1:1). Für die hellere kam noch 533 dazu (natürlich in einem eigenen Farbfeld). Auch hier mischte ich zu gleichen Verhältnissen: 1:1:1.

Mischungen vorher testen!

Schritt 6 – Nass-auf-Trocken

Das Bild ist trocken und die Farbmischungen sind angelegt. Jetzt kannst du die Bäume kreisförmig um den hellen Punkt in der Mitte anlegen. Dabei beginne zuerst mit der helleren Farbe. Wenn diese getrocknet ist, legst du eine zweite (dunklere) Baumschicht drüber.

Schritt 7 – Tupfen

Anschließend lässt du das Bild wieder trocknen. Jetzt nimmst du dir den Schwamm und tupfst die hellere Farbe über die Bäume. Drück den Schwamm nicht zu weit aufs Papier, sonst erzielst du den Effekt nicht und die Bäume verschwimmen mit der neu aufgelegten Farbe. Solltest du keinen Schwamm haben, dann kannst du auch den größten Rundpinsel verwenden. Der darf aber nicht zu nass sein. Sicherheitshalber solltest du diese Tupftechnik vorher auf einem Schmierblatt ausprobieren.

Für einen „Tiefeneffekt“ kannst du an den Baumstämmen hier und da noch die dunklere Farbe hineintupfen.

Tupfen am besten vorher üben.

Schritt 8 – Highlights

Sobald das Bild ein weiteres Mal getrocknet ist, kannst du Highlights setzen. Hierfür verwendete ich das Weiß (100) und setzte mit dem dünnsten Pinsel vereinzelte Striche. Die Linien sollten zum hellen Punkt in der Mitte des Bildes führen.

Danach kannst du das Kreppklebeband vom Papier lösen und dein Werk bewundern.

Übersicht über die verwendeten Farben und Materialien

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