… oder wie ich Gouache für mich entdeckt habe. Von meinem Beginn der Ölmalerei berichtete ich hier bereits: Wie ich zur Ölmalerei kam. Doch heute möchte ich euch einmal erzählen, wie es dazu kam, dass ich mich überhaupt für Gouache interessierte.

Wie sollte es anders sein, begann alles wieder einmal mit einem Bild von Meerjungfrauen. Meine Liebe zu diesen Fantasiewesen ist einfach ungebrochen ❤

Diese kleinen Bilder (meist in Größe 10 x 10 cm) haben mich (in 2016) dazu inspiriert, noch mehr Meerjungfrauen zu malen (wobei die meisten Bilder davon jedoch nicht mehr vorzeigbar sind…). Doch mit Copic Markern, die ich damals oft für meine Meerjungfrauen verwendete, konnte ich diese Art von Bildern nicht malen (ja, ich wollte den Stil kopieren!), mit Aquarell war es auch nicht einfach. Also leistete ich mir ein kleines Gouachemalset von Royal Talens. (Und die Bildgröße war damals übrigens genau mein Maß, da ich selten größeres als DIN A5 malte!)

Doch bevor ich anfing, hatte die Künstlerin schon ein kleines „Mermies“-Buch herausgebracht, welches mir auch direkt vorbestellte:

Es kam an, nachdem ich schon zwei Monate in Kiel wohnte. Da habe ich dann endlich anfangen können, solche Meerjungfrauen zu malen. Aber ich malte auch andere Wesen, wie kleine Pinzessinnen. Die Bilder muss ich ein anderes Mal heraussuchen (falls ihr daran interessiert seid). Eine Auswahl meiner Meerjungfrauen seht ihr hier:

Ich hatte keine Ahnung, wie man mit Gouache malt. Aber ich habe es einfach gemacht. Anleitungen gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht (oder nur auf Englisch). Auch wenn mir einige Bilder zu dem Zeitpunkt ganz gut gelangen (mir gefallen das Seepferdchen und die Meerjungfrau auf dem Felsen immer noch), war ich nicht zufrieden. Ich verlor die Lust am Medium und schaute mir lieber nur die tollen Bilder der Künstlerin an.

Bald stieß ich auf eine polnische Künstlerin, die auch solche Meerjungfrauen malt:

Stück für Stück erfuhr ich nun auch mit welchen Gouachefarben die beiden Künstlerinnen malten: Acryl Gouache. Damals glaubte ich, ich bräuchte genau diese Farbe, um genauso schön zu malen. *haha* Wäre ja schön, wenns so wäre. Aber die Farben gab es in Deutschland einfach nicht. Also blieb ich zunächst noch bei meinen normalen Gouachefarben… (bis ich mir die Farben dann über einen britischen Händler importieren ließ… Mittlerweile habe ich auch einen deutschen Verkäufer gefunden). Besser malen lernte ich jedoch nur durch die Übung, die 2019/2020 folgte…

Dieses Originalgemälde darf ich mein Eigen nennen. Das ist so süß, das musste ich einfach haben (auch wenn es mal keine Meerjungfrau ist) ❤

Das Malen meiner Meerjungfrauen in dem Stil ließ ich dann also zunächst bleiben. Erst zum Mermay 2019 griff ich wieder zu Gouache: #MerMay2019 Nr. 4. Das war dann auch der Start dafür, Gouache fürs Urban Sketching zu verwenden. Ich hatte ja im Sommer 2018 mit Urban Sketching angefangen und bin so auch zu verschiedenen Künstlern gekommen, unter anderem entdeckte ich diese norddeutsche Künstlerin: (durch dieses Bild habe ich sie entdeckt – Kiel im Hintergrund)

So ein locker skizziertes Gouachebild wollte ich auch malen. Das muss doch irgendwie möglich sein, dachte ich mir und kopierte zunächst ihren Stil, bis ich merkte, dass das nicht so meins ist. Ich kann nicht so „herumschmieren“, dass es dann noch gut aussieht. Ich began mit Gouache präziser zu arbeiten. Etwas, was ich schon immer gemacht habe: Meinen Bildern Genauigkeit und Details geben. Auch wenn ich meine Bilder seitdem gänzlich anders male als sie (was ja auch gut so ist), hilte ich mir von ihr einige Tipps fürs Urban Sketching mit Gouache. Unter anderem auch, wie ich meine Gouachefarben zum Sketching mit raus nehmen konnte, ohne viel herumschleppen zu müssen.

Welche Bilder ich danach malte, könnt ihr in den folgenden Beiträgen noch einmal anschauen und nachlesen:

Die Bilder sind überwiegend in 2019 und 2020 entstanden (außer die letzten 3), mein aktivstes Gouachejahr war somit 2020. (Hätte ich nicht gedacht!)

Ich durfte sogar 2019 auch schon einen eigenen Gouache-Workshop geben, der sich vor allem an Anfänger richtete: Gouache-Workshop auf dem KiAI Fantreffen und kürzlich habe ich angefangen einige Malanleitungen anzufertigen: Malanleitung „Straßenlaterne“.

In dieser Zeit habe ich unglaublich viel über Gouache und seine Anwendungsmöglichkeiten gelernt, nicht zuletzt, weil ich mir auch einige Tipps geben lassen habe und mich durch Bücher/Videos und Tutorials weitergebildet habe (Gouachemalkurse sind in Deutschland scheinbar sehr rar).

Eine tolle Künstlerin hat mich besonders in den letzten 2 Jahren inspiriert und mit Gouache weitergebracht: Ruth Wilshaw. Sie gibt auch heute noch Anleitungen, wie man solche schönen und fantasiereichen Bilder malen kann:

Aber auch diese tolle Künstlerin gibt spannende Einblicke, was mit Gouache alles möglich ist. Denn oft höre ich, wie abfällig über Gouache geredet wird. Eigentlich schade, es ist so ein vielseitiges Medium!

Spätestens, wenn man die Bilder von diesem Künstler sieht, sollte man seine Meinung über Gouache noch einmal überdenken. Er schafft unheimlich schöne und realistische Landschaften! Einfach toll! Also mir gefällts. 🙂

Meine Bilder sind vielleicht noch nicht so atemberaubend, wie die der hier genannten Künstler, aber ich finde, ich bin auf einem guten Weg dahin… ich müsste nur weitermachen 🙂 Allein deshalb werdet ihr wahrscheinlich auch in diesem Jahr wieder einige Gouachebilder von mir entdecken.

Zum Thema Acryl Gouache werde ich noch einen separaten Beitrag schreiben, da dies andere Farben sind als normale Gouache. Den Unterschied dazu werde ich dann in dem Beitrag erklären.

Habt ihr schon einmal mit Gouache gemalt? Was denkt ihr über das Medium?

Auf eure Kommentare bin ich gespannt 🙂